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Resource-based-view

Der Resource-based-view, auch Ressourcentheorie oder Ressourcenorientierung genannt, ist eine grundlegende Denkweise des strategischen Managements. Im Gegensatz zum reaktiven Market-based-view sieht dieser Ansatz die Erfolgsfaktoren einer Unternehmung in der Qualität der Ressourcen. Der Grundgedanke dabei ist, eine Leistung so gut zu erstellen, dass Mitbewerber diese nicht ohne Weiteres imitieren können (Schaffung von Unique Selling Propositions).

Der Resource-based-view ist somit ein Inside-Out-Verfahren, da die inneren Strukturen die Positionierung nach Außen festlegen.

Arten von Ressourcen

Bisher wurde erläutert, dass der Resource-based-view sich auf die Qualität der zur Verfügung stehenden Ressourcen fokussiert. Nachfolgend soll auf den Begriff der Ressource weiter eingegangen werden.

Ressourcen sind spezifische Stärken einer Unternehmung, die langfristigen Unternehmenserfolg sichern sollen. Folgende Arten von Ressourcen können unterschieden werden:

  • Tangible (greifbare) Ressourcen: z.B. Patente, Fertigungsanlagen
  • Intagible (nicht greifbare) Ressourcen: z.B. das Unternehmensimage
  • Human-Ressources: z.B. Knowhow und Erfahrungen der Mitarbeiter und Führungskräfte
  • Finanzielle Resourcen, z.B. Liquidität, Ausstattung mit Fremd- und Eigenkapital

Das bloße Vorhandensein einer Ressource führt noch nicht zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen. Erst wenn Ressourcen erkannt, unternehmensspezifisch eingesetzt und untereinander kombiniert werden, kann das Unternehmen profitieren.

Kritik

Fehlende Marktbetrachtung:

Am Resource-based-view Ansatz wird kritisiert, dass der Fokus fast ausschließlich auf den Stärken und Schwächen innerhalb des Unternehmens liegt. Eine Betrachtungsweise des Marktes wird vernachlässigt. Gerade der Markt bestimmt jedoch den Wert einer Ressource. Da der Markt in der heutigen globalisierten Welt einer starken Dynamik unterliegt (kurze Produktlebenszyklen, Substitutionsprodukte), ist eine Betrachtung von Chancen und Risiken unerlässlich. Ansonsten besteht die Gefahr, dass in Ressourcen investiert wird, die künftig auf dem Markt nicht mehr gefragt ist.

Tautologievorwurf:

Ferner werfen verschiedene Kritiker wie Porter dem Resource-based-view Ansatz vor, eine Tautologie zu sein. Grund ist der kreisförmige Argumentationszyklus: „Erfolgreiche Unternehmen sind erfolgreich, weil sie einzigartige Ressourcen haben. Um erfolgreich zu sein müssen sie in diese Ressourcen investieren.“

Auch Priem und Butler analysierten die Definition des Resource-based-view von Jay Barney und stellten fest, dass die darin enthaltenen Aussagen tautologisch, also immer wahr sind. So schreibt Jay Barney, dass Unternehmen Wettbewerbsvorteile erzielen, wenn sie seltene und wertvolle Ressourcen besitzen. Er definiert jedoch den Begriff „Wettbewerbsvorteil“ ebenfalls mit Attributen wie „selten“ und „wertvoll“. Abstrakter formuliert hieße es also: „Unternehmen besitzen etwas seltenes und wertvolles, weil sie etwas seltenes und wertvolles besitzen“. Dies ist eine typische Tautologie, aus der sich keine informativen Aussagen ableiten lassen.

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Schlagwörter: Kritik Management Market-based-view Resource-based-view Ressourcen

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