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Mezzanine Kapital – Scientific Abstract

Dies ist ein Scientifc Abstract (Zusammenfassung wissenschaftlicher Quellen) mit dem Thema „Mezzanine Kapital“. Das Abstract wurde von Dominik Breitkreutz (FOM Essen) zur Verfügung gestellt.

Die Versorgung mit Kapital in Unternehmen des deutschen Mittelstands hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Wurden Kredite früher in erster Linie durch Beziehungen von der Hausbank gewährt, erkennen die Unternehmen heute zunehmend die Notwendigkeit ergänzender Finanzierungswege zur Stärkung ihrer Eigenkapitalstruktur. In Zeiten konjunktureller Wachstumsschwächen gewinnt das Mezzanine-Kapital daher zunehmend an Bedeutung.

Der Begriff „Mezzanine“ stammt aus dem Italienischen und beschreibt in der Architektur ein „Zwischengeschoss“. Als hybrides (= gemischtes) Finanzinstrument nimmt das Mezzanine-Kapital eine Mittelstellung zwischen Eigen- und Fremdkapital, bzw. im engeren Sinne zwischen klassischem Beteiligungs- und konventionellem Kreditkapital ein. Der hybride Status ergibt sich aus der Kombination von Festzinsvereinbarungen und weiteren Vereinbarungen in Abhängigkeit vom Erfolg des Unternehmens.

Das Mezzanine-Kapital charakterisiert sich durch wesentliche Eigenschaften, unter anderem der Nachrangigkeit gegenüber vorrangigem Fremdkapital, d.h. im Insolvenzfall werden zuerst die Fremdkapitalgläubiger bedient. Damit einhergehend ist die Verzinsung im Vergleich zu konventionellem Kreditkapital allerdings relativ hoch. Ein weiteres wichtiges Charakteristika und entscheidender Vorteil ist, dass der Mezzanine-Investor nicht am Unternehmen als Eigentümer beteiligt wird und keine Stimm- oder Einflussnahmerechte erhält. Somit ist eine mezzanine Finanzierung ideal für mittelständische Unternehmen, die Beteilungskapital suchen, ihre Einflussnahmerechte aber nicht abgeben wollen. Wirtschaftlich ist das Mezzanine-Kapital, unabhängig von seiner bilanziellen Ausgestaltung, als Eigenkapital zu bewerten, da es die potenziell verfügbaren Sicherheiten nicht schmälert. Die Vergabe von mezzaninem Kapital orientiert sich überwiegend an den zu erwartenden Rückflüssen. Anhand dieser Cashflows wird die Fähigkeit des Unternehmens zur Bedienung der Zins- und Tilgungsverpflichtungen beurteilt.

Ein Beispiel der mezzaninen Finanzierung sind so genannte Wandel- und Optionsanleihen. Hierbei handelt es sich um wertpapierverbriefte Darlehen, die entweder zum Umtausch der Anleihe in Vollgesellschaftsanteile (Wandelanleihe) oder zum Bezug von Vollgesellschaftsanteilen (Optionsanleihe) berechtigen. Dem Investor wird also die Möglichkeit eingeräumt, anstelle der Rückzahlung des Darlehensbetrages die Überlassung von Aktien bzw. Gesellschaftsanteilen zu verlangen.

Die mezzanine Finanzierung hat in der jüngeren Vergangenheit an Popularität gewonnen und wird auch in Zukunft eine entscheidende Rolle in der Kapitalstruktur von Unternehmen spielen. Durch die Bündelung der Vorteile von Eigen- und Fremdkapital verschafft es gerade mittelständischen Unternehmen mehr Spielraum als bei der klassischen Finanzierung. Zudem verbessert es die Bonität, das Rating und somit die Gesamtfinanzierungsfähigkeit. Für die Investoren hingegen birgt die mezzanine Beteiligung aufgrund fehlender Sicherheiten zwar ein enormes Risiko, ist aber aufgrund der hohen Investitionsrentabilität äußerst intessant.

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