Management Basics, WS 2013, Grundlagen VWL: Thema Euro-Krise

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el Ni√Īo

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FOM Hannover

International Management

Studienstart: WS 2013

Beitrag Mi 11. Dez 2013, 20:25

Management Basics, WS 2013, Grundlagen VWL: Thema Euro-Krise

Hi Leute,

anbei mein Abstract zu folgender Aufgabenstellung:


Ausgangslage

Seit Jahren h√§ufen sich in besorgniserregender Zahl Informationen √ľber sog. ‚ÄěNotleidende Volkswirtschaften‚Äú in der EU, insbesondere in der ‚ÄěEuro-W√§hrungszone‚Äú.

Aufgabenstellung
Welche M√∂glichkeiten hat die EU / die EZB zur Bew√§ltigung der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise in Griechenland und Zypern sowie zur Verhinderung eines √úbergreifens der Krise auf den gesamten EU-Wirtschafts- raum? Begr√ľnden Sie Ihre Antwort.

Inhalte

- volkswirtschaftliches Begriffssystem
- Wirtschafts- und Marktordnung einer gelenkten Marktwirtschaft
- Störung im Geldwesen und deren wirtschaftliche Auswirkungen


Folgendes ist mir dazu eingefallen, bisher allerdings noch nicht auf zwei handschriftliche Seiten gek√ľrzt und auch noch nicht geschrieben (daher auch nicht benotet).

Konstruktive Kritik ist willkommen. :-)
Quellen waren im Wesentlichen das Skript, die Webseite der EZB und EU, sowie einzelne Online-Veröffentlichungen von Bildungsministerien und Online-Artikel (Handelsblatt/Focus). Diese habe ich nicht extra ausgewiesen, da unser Dozent (Herr Dr. Grimm) darauf keinen Wert legt.

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Seit Ausbruch der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahr 2008 und der darauf folgenden europäischen Finanzkrise konnte ein markt-eingreifendes Handeln durch die einzelnen Regierungen der EU-Länder, die Europäische Zentralbank und die Kommission beobachtet werden.

Im folgenden soll untersucht werden, welche Mittel der EU, im Besonderen der Europ√§ischen Zentralbank zur Verf√ľgung stehen, St√∂rungen im wirtschaftspolitischen System Europas heute und auch in Zukunft nachhaltig einzud√§mmen.

Das System einer gelenkten Marktwirtschaft, wie der EU, besteht im Wesentlichen aus den drei Werkzeugen der Staatsintervention: Ordnungs-, Prozess- und Strukturpolitik, welche durch definierte Rahmenbedingungen f√ľr alle Akteure den Wettbewerb anregen sollen. Speziell die Prozesspolitik, welche sich in Konjunkturpolitik (zur D√§mpfung konjunktureller Schwankungen) und die Wachstumspolitik (zur Durchsetzung eines kontinuierlichen und gem√§√üigten Wirtschaftswachstums) unterteilt, bietet der EU den gr√∂√üten Hebel zur Bek√§mpfung der Krise.
Da sich die Eurokrise im Wesentlichen durch St√∂rungen innerhalb einer l√§nder√ľbergreifenden W√§hrung kennzeichnet, soll hier speziell auf die Geldpolitik als konjunkturbeeinflussendes Mittel eingegangen werden, welches ma√ügeblich durch die EZB eingesetzt werden kann:
Eine Senkung des Leitzinses, also dem Zinssatz, zu welchem sich Banken bei der EZB Geld leihen k√∂nnen, soll die Rentabilit√§t der Institute st√§rken. Bestenfalls werden die g√ľnstigen Kredite an die Wirtschaft weitergegeben. Jede Volkswirtschaft h√§ngt von einer kontinuierlichen Inflation ab, um Konsum und Investitionen aufrecht erhalten zu k√∂nnen. Die Leitzinssenkung auf das Rekordtief von 0,25% hatte den Hintergrund einer drohenden Deflation f√ľr den gesamten Eurow√§hrungsraum.
Eine Senkung der Mindestreserve, also dem Teil des Kapitals, welches eine Bank als Bargeld vorhalten muss, f√ľhrt zu h√∂herer Geldsch√∂pfungsm√∂glichkeit und ebenfalls zu mehr Rentabilit√§t.
Sofern das Leitzinsniveau bereits auf dem Minimum angekommen ist, kann der Markt durch Quantitative Easing, also dem Aufkauf von Staatsanleihen, weitergehend stimuliert werden, wie es beispielsweise mit den umfassenden Outright Monetary Transactions aktuell durchgef√ľhrt wird.
Es k√∂nnte auch unterst√ľtzend durch die Politik selbst das Ausl√∂sen eines politischen Konjunkturzyklus (expansive Geldpolitik wie z.B. Erh√∂hung der Staatsausgaben und Reduktion von Steuern) angewendet werden, welches der amtierenden Regierung eines Landes gr√∂√üere Chance auf Wiederwahl und somit M√∂glichkeit zur Fortsetzung der bisherigen wirtschaftspolitischen Kurses g√§be (Euro-Rettung & Sparma√ünahmen). Hierbei w√§ren jedoch zeitversetzte inflation√§re Begleiteffekte im Nachhinein durch konjunkturabk√ľhlende Ma√ünahmen einzud√§mmen. Kritisch zu betrachten w√§re, inwieweit eine unabh√§ngige W√§hrungsinstanz solche politische Interessen √ľberhaupt direkt unterst√ľtzen d√ľrfte.
Von manchen wird auch die Einf√ľhrung einer Finanztransaktionssteuer auf kurzfristige Devisengesch√§fte gefordert, um so die Finanz-Spekulationen auf ein gesundes Ma√ü zu beschr√§nken. Diese m√ľsste jedoch weltweit greifen, um die Verlagerung von Finanzgesch√§ften in einzelne attraktivere L√§nder zu verhindern. Die Einf√ľhrung w√§re vermutlich insgesamt ein langwieriger Prozess.

Allen bisher genannten Ma√ünahmen ist jedoch gemein, dass sie nicht die Ursache, sondern lediglich die Symptome der Krise bek√§mpfen. Zahler sind die reicheren EU-Mitgliedsstaaten, speziell deren Steuerzahler. Um Krisen in solch gro√üem Ausma√ü in Zukunft verhindern zu k√∂nnen, m√ľssen die belegbar funktionierenden theoretischen Volkswirtschaftsmodelle vor irrationalem Handeln des Homo Oeconomicus gesch√ľtzt werden, damit diese in ihrer Funktion nicht beeintr√§chtigt werden.
Dies kann bereits vor dem Beitritt neuer EU-Beitrittskandidaten passieren, indem die vorgelegten Stabilit√§tskriterien erst einmal entsprechend validiert werden. Zudem bestehen Mitgliedschaften nach dieser einmaligen Konvergenzpr√ľfung unbefristet, es gibt somit keinen Anreiz, sich an die gesetzten Schuldenziele gebunden zu f√ľhlen. Hier muss es bei grobem Fehlverhalten die M√∂glichkeit zu Sanktionen oder gar den geordneten Ausschluss einzelner Mitglieder, beispielsweise in Form einer Insolvenzordnung f√ľr Staaten, geben.
Des Weiteren muss der Einfluss der Banken eingeschr√§nkt werden, diese d√ľrfen keine Systemrelevanz (‚Äětoo big to fail‚Äú/ ‚Äěto interconnected to fail‚Äú) erlangen. Dies w√§re beispielsweise eine Bank, die wirtschaftlich bereits so bedeutend geworden ist, dass ihr Zusammenbruch andere Institute ebenfalls mitrei√üen w√ľrde und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Volkswirtschaft so gravierend w√§ren, dass der Staat faktisch gezwungen ist, sie durch √úbernahme von Schulden und Tilgung von Verbindlichkeiten zu retten, um das Wirtschaftssystem vor dem Zusammenbruch zu retten. Sind sich Banken ihrer gro√üen Bedeutung f√ľr eine Volkswirtschaft bewusst, so kann dies zu r√ľcksichtslosem Handeln (Moral Hazard-Verhalten) f√ľhren, welches umso mehr die Stabilit√§t des gesamten Finanzsystems gef√§hrdet. Kontrollinstanzen, die in die urspr√ľnglich beabsichtigte Richtung lenken, sind daher heutzutage anders als in einem liberalen Markt, unabdingbar geworden.
Als ein Schritt in die richtige Richtung ist die Kontrolle der 130 größten Banken des Euroraumes ab 2014 durch die EZB zu bewerten.

Jede gro√üe Krise bietet im Umkehrschluss auch die Chance die Regeln grundlegend zu √§ndern und das Verantwortungsbewusstsein bei den beteiligten Akteuren zu fordern. Die regul√§ren M√∂glichkeiten zur Systemerhaltung sind inzwischen ausgesch√∂pft und f√ľr die EZB ist es umso wichtiger die Rolle des Krisenmanagers abzulegen und schnellstm√∂glich den Status einer unabh√§ngigen Finanzinstitution zur√ľck zu erlangen.

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Mr. Ad

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Re: Management Basics, WS 2013, Grundlagen VWL: Thema Euro-Krise


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