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Scientific Abstract: Unternehmer vs. Manager

Dies ist ein Scientific Abstract (Zusammenfassung wissenschaftlicher Quellen) zum Thema „Unterschied: Unternehmer vs. Manager“. Das Abstract wurde freundlicherweise von Peter Klein (FOM München) zur Verfügung gestellt. Die Note war eine 2,1.

Unternehmer vs. Manager

Die Begriffe Unternehmer und bezahlter Manager führen immer wieder zu Verwirrungen, werden verwechselt oder fälschlicherweise vertauscht. Dieses Abstract soll die Frage beantworten, worin der Unterschied zwischen Unternehmer und bezahlten Managern liegt.

Ein Unternehmer ist der Inhaber bzw. Eigentümer eines Unternehmens, welches er in eigener Verantwortung und selbstständig leitet. Er hat die Aufgabe dafür Sorge zu tragen, dass der Unternehmenszweck erfüllt wird und dass die Mitarbeiter dementsprechend angewiesen werden. Weiterhin ist der Unternehmer voll für das Unternehmen verantwortlich – trägt also die gesamte Entscheidungsgewalt und gilt somit als oberste Instanz.

Das englische Wort „ to manage“ bedeutet „leiten“. Somit ist mit einem Manager eine Person gemeint, die Managementaufgaben in einem Unternehmen wahrnimmt. Die wichtigsten Managementaufgaben sind Planung, Organisation, Führung und Kontrolle. Die Entscheidung des Managers sind abhängig von den Aktionären, dem Aufsichtsrat oder dem Vorstand.

Meist wird der Unternehmer von einer Vision getrieben, seine Geschäftsidee in ein fertiges, verkaufsfähiges Produkt zu verwandeln um damit seine Umwelt von ihrem Nutzen zu überzeugen und seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er legt dabei hohen Wert auf den langfristigen Unternehmenserfolg und nicht nur auf die persönliche Gewinnmaximierung. Der Manager dagegen geht mit dem Unternehmen oft nur eine kurz- bis mittelfristige Vertragsbindung ein. Aufgrund seiner Aufgabenstellung kann sein Fokus eher auf die Realisierung der persönlichen Interessen der Eigenkapitalgeber (zum Beispiel Aktionäre) sowie seine eigenen Interessen, wie ein hohes Einkommen, Macht und Anerkennung.

Während der Unternehmer eine sehr hohe soziale Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern und Geschäftspartnern hat – die sogenannte Coporate Social Responsibility – trägt ein Manager keine direkte soziale Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern.

Ähnlich verhält es sich mit der Haftung. Ein Unternehmer trägt das allgemeine Unternehmensrisiko sowie das Risiko der Verschlechterung der Geschäfte. Dies wird durch die gesetzlichen Haftungsbestimmungen je nach Wahl der Rechtsform deutlich. So haften die Unternehmen in Einzel- und Personengesellschaften mit ihrem kompletten Privatvermögen im Falle einer Insolvenz. Zum finanziellen Schaden kommt oft noch die Schädigung des Ansehens in der Öffentlichkeit hinzu, da durch eine Insolvenz meist mehrere Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Der bezahlte Manager hingegen kann bei Misserfolg lediglich seinen Arbeitsplatz verlieren, sein Privatvermögen nimmt dadurch keinen Schaden – oft erhält er trotz Misserfolg noch eine hohe Abfindungssumme. Demzufolge fallen vielen Managern risikoreiche Entscheidungen leichter, gerade wenn sie sich davon hohen Profit versprechen.

Die Unterschiede zwischen Unternehmer und Manager zeigen sich also besonders im Bereich der Entscheidungsgewalt, Bindung zum Unternehmen, Vergütung, sozialer Verantwortung, Haftung und Handlungsweise innerhalb des Unternehmens. Im Sinne der Prinzipal-Agenten-Theorie neigt daher der Manager im Gegensatz zum Unternehmer zu Handlungsweisen, die vor allem den kurzfristigen Erfolg als Ziel haben. Dies wird durch ungenügende bis überhaupt nicht vorhandene Haftung im Falle von selbstverschuldetem, strategischem Missmanagement noch verstärkt. Aus diesem Grund ist eine größere Bindung der Manager an den Erfolg und Misserfolg der Gesamtunternehmung, ähnlich wie im Fall der Unternehmer anzustreben (Siehe auch Shareholder-Value-Ansatz).

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