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Leverage-Effekt (mit Rechenbeispiel)

Durch den Leverage-Effekt (engl. Hebeleffekt) kann durch eine Aufnahme von Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität gesteigert werden. Voraussetzung ist, dass der Fremdkapitalzins niedriger ist, als die Gesamtkapitalrentabilität.

Beispiel:

Ein Unternehmen hat ein Gesamtkapital von 1000 €, das sich zu 100% aus Eigenkapital zusammensetzt. Das letzte Jahresergebnis betrug 100 €.

Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt also: 100 / 1000 * 100 = 10%

Die Eigenkapitalrentabilität beträgt ebenso 100 / 1000 * 100 = 10%

Nutzung des Leverage-Effektes:

Wir gehen davon aus, das Unternehmen wäre in der Lage gewesen einen Kredit über 200 € für einen Zinsatz von 6% zu erhalten. Es wären also nur 800 € Eigenkapital notwendig gewesen. Da der Fremdkapitalzinsatz von 6% deutlich unter der Gesamtkapitalrentabilität von 10% liegt, kommt der Leverage-Effekt zum tragen.

Die Eigenkapitalrentabilität beträgt nun: (100 – (200 * 0,06)) / 800 * 100 = 11%

Erläuterung der Rechnung:

Da wir einen Kredit in Höhe von 200 € aufgenommen haben, fallen nun Fremdkapitalzinsen in Höhe von 6%, also 200 * 0,06 = 12 an. Die geleisteten Zinszahlungen müssen wir deshalb vom Gewinn abziehen. Somit steht im Zähler 100 – 12 = 88. Nun muss das ganze durch das Eigenkapital geteilt werden. Da wir durch den Kredit nur noch 800 € Eigenkapital benötigen wird im Nenner durch 800 geteilt. Um auf einen Prozentwert zu kommen, wird zum Abschluss noch mit 100 multipliziert. Heraus kommt eine Eigenkapitalrentabilität von 11%. Zur Erinnerung: ohne Fremdkapital wären es nur 10% gewesen.

Leverage-Risiko

Am Beispiel wird deutlich, dass durch die Aufnahme von Krediten, die Eigenkapitalrendite gesteigert werden kann, wenn der Fremdkapitalzins geringer als die Gesamtkapitalrentabilität ist. Dies wird als Hebelwirkung bezeichnet. Im umgekehrten Falle tritt der negative Effekt auf, so dass die Eigenkapitalrentabilität sinkt. Dies wird als Leverage-Risiko bezeichnet.

Der Leverage-Effekt in der Praxis

Der Leverage-Effekt ist als Modell zu verstehen. In der Praxis würde dieser nur bis zu einem bestimmten Punkt funktionieren. Denn mit steigendem Verschuldungsgrad sinkt die Bonität des Unternehmens, so dass Fremdkapitalgeber irgendwann die Kreditvergabe ablehnen würden, bzw. höhere Zinsen verlangen würden. Zudem geht der Leverage-Effekt von einem konstanten Fremdkapitalzinssatz aus, der in der Praxis nur bedingt vorkommt.

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Schlagwörter: Finanzierung Leverage-Effekt Leverage-Risiko

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