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Investor Relations – Scientific Abstract

Dies ist ein Scientifc Abstract (Zusammenfassung wissenschaftlicher Quellen) mit dem Thema „Investor Relations“. Das Abstract wurde von Sarah Bahne (FOM Marl) zur Verfügung gestellt.

Unter dem Begriff Investor Relations oder auch Finanzkommunikation werden alle Maßnahmen verstanden, die der Pflege der Beziehung zu den Aktionären bzw. Investoren eines Unternehmens dienen.

Wichtig bei Investor Relations ist eine aktive und transparente Informationspolitik der Aktiengesellschaft oder anderer kapitalbasierten Gesellschaften. Die Bedeutung des Themas Investor Relations nimmt weltweit durch das Zusammenwachsen der Kapitalmärkte stetig zu. Durch vor allem kontinuierliche, vollständige, zukunfts- und zielorientierte Kommunikation, die über die gesetzlichen Offenlegungspflichten hinausgeht, sollen Informationsasymmetrien beseitigt werden (siehe hierzu auch Prinzipal-Agenten-Theorie). Der Agent (das Unternehmen) kennt seine Wettbewerber, Märkte und Kostenstrukturen und seine Risikofaktoren. Der Prinzipal (die Investoren) hingegen kennt nur die offensichtlichen Dinge (Offenlegungspflicht), kann jedoch versteckte Risiken kaum erkennen. Um höhere Transparenz zu erzielen und Vertrauen zu schaffen muss ein Unternehmen soweit möglich die Unternehmensstrategie / -Kultur / -Philosophie darlegen, Hintergrundinfos zu aktuellen Entwicklungen präsentieren und die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Bilanz erläutern. Außerdem sollten die Informationen zielgruppenfokussiert abgebildet werden. Zu den Zielgruppen zählen zum Beispiel potentielle Investoren, Ratingagenturen und Eigenkapital- sowie Fremdkapitalgeber. Diese müssen mit Hilfe verschiedener Instrumente informiert werden. Man unterscheidet zwischen den persönlichen und unpersönlichen Informationswegen, welche nochmals in „Pflicht“ und „freiwillig“ aufgeteilt werden.

Zu den unpersönlichen Instrumenten zählen zum Beispiel der Geschäftsbericht und Börsenprospekte (Pflicht), sowie Pressemitteilungen, die Aktionärszeitung und das Internet (freiwillig). Besonders die Firmenhomepage bietet einem Unternehmen die Möglichkeit viele Informationen (zum Beispiel Videos und Präsentationen) bereitzustellen.

Die persönliche Instrumenten beinhalten vor allem die Hauptversammlung (Pflicht), die einmal jährlich abzuhalten ist und zu der alle Aktionäre eines Unternehmen eingeladen sind. Freiwillige, persönliche Instrumente sind hingegen eine Unternehmensbesichtigung, Ausstellungen oder auch eine Telefon- und E-Mail-Aktionärs-Hotline.

Häufig greifen Unternehmen heutzutage auf spezielle Investor Relations-Agenturen zurück. Das Ziel dieser Investor Relations-Agenturen, aber auch der unternehmenseigenen Investor Relations-Abteilung ist es dem potentiellen Investor und den bestehenden Investoren ein möglichst umfangreiches Bild des Unternehmens zu vermitteln. Somit wird den Investoren die Möglichkeit gegeben, mögliche Risikofaktoren selbst zu erkennen. Eine vollständige Risikobewertung, also durch Signaling (Agent stellt Prinzipal Informationen bereit) oder Screening (Prinzipal beschafft sich Informationen selbst), kann es jedoch nicht geben.

Eine transparente Unternehmensführung senkt Finanzierungskosten und gibt dem Investor Sicherheit zum Beispiel mit einem langfristig wachsenden Unternehmen rechnen zu können.

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Artikelname: Investor Relations – Scientific Abstract