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FOM Erfahrungsbericht Teil 5: Das 4. Semester

Dies ist ein Erfahrungsbericht über das Wirtschaftsinformatik Studium an der FOM Hamburg.

So langsam werde ich ziemlich faul, was das „Tagebuch“ schreiben betrifft. Das 5. Semester ist fast vorbei, und ich habe noch nichts über das vergangene Semester geschrieben. Nun ja, das 4. Semester war wieder ein eher entspanntes Semester. Das hätte es zumindest sein können, wenn ich mit der Financial Management Hausarbeit früher angefangen hätte. Aber alles der Reihe nach. Zunächst möchte ich euch eine Übersicht über die Kurse geben, die ich belegt habe.

  • eBusiness Grundlagen
  • Algorithmen
  • Netzwerke
  • Financial Management (Wahlpflichtfach)
  • ERP-Systeme (Wahlpflichtfach)

Die Fächer Financial Management und ERP-Systeme waren Wahlfächer. Die anderen Fächer waren Pflicht.

eBusiness Grundlagen

eBusiness Grundlagen war ein sehr spannendes Fach. Es ging wie „eBusiness“ schon vermuten lässt, umd elektronische Geschäftsprozesse. Zum Beispiel elektronischer Einkauf (eProcurement), Verkauf (eCommerce) und Online Marketing. Der Dozent Herr Thomas Hörner gestaltete die Vorlesungen sehr lebhaft und mit vielen Praxisbeispielen und Livevorführungen von Tools. Alle Themen wurden nur sehr oberflächlich behandelt – Grundlagen eben. Die Klausur war insgesamt sehr fair gestellt. Am Ende kam eine 1,7 heraus.

Algorithmen

Da habe ich alle Mathescheine in der Tasche und trotzdem werde ich noch mit Mathematik gequält. Algorithmen war dennoch ein Fach, was Spaß bereitet hat. Die Vorlesungen wurden von Herrn Ingmar Baetge gehalten. Ein sehr junger Dozent, der die teils sehr trockene Materie sehr lebhaft vermitteln konnte. Algorithmen war ein wirkliches „Knobelfach“. Für die Klausur musste ich ordentlich pauken. Aber ich hätte mir das Niveau deutlich höher vorgestellt. Stattdessen sind wir thematisch eher oberflächlich geblieben. Besonders mathematische formale Beweise blieben uns erspart. Wir haben einige Algorithmen zum Sortieren (Quicksort, Bubblesort, Heapsort), Suchalgorithmen und Algorithmen zur Komprimierung kennengelernt. Die Klausur war ebenfalls fair gestellt, aber auch nicht gerade geschenkt. Dank guter Vorbereitung konnte ich mit einer 2,3 abschneiden.

Netzwerke

Je weiter das Studium voranschreitet, desto mehr merke ich, dass ich an den klassischen Informatikthemen keinen Spaß mehr empfinde. Die kaufmännischen Fächer liegen mir mehr. So war Netzwerke dann auch eine langweilige Tortur für mich. Ich war ehrlich gesagt die meiste Zeit in den Vorlesungen nur physisch anwesend. Daher weiss ich gar nicht mehr genau, was wir alles behandelt haben. Wahrscheinlich die Klassiker: IP-Adressen, Netzwerkklassen, ISO-OSI-Modell usw. Die Klausur habe ich mitgeschrieben, obwohl ich aus gesundheitlichen Gründen nicht lernen konnte. Das wäre wahrscheinlich komplett in die Hose gegangen, aber bei Herrn Uwe Willan (unser Dozent) gibt es eine Kuriosität: Man darf seine Skripte (inkl. Notizen!) mit in die Klausur nehmen. So etwas habe ich noch nie, auch nicht außerhalb der FOM, gehabt. Durch die Skripte konnte ich zumindest einen Großteil der Fragen beantworten. Es hat immerhin für eine 3,0 gereicht.

Financial Management

Mein 1. Wahlpflichtfach war Financial Management. Ich sage nur: Chaos pur! Der Dozent, den wir eigentlich bekommen sollten, konnte die Vorlesung nicht halten. So musste die FOM Hamburg innerhalb von 2 Wochen Ersatz finden. Der Ersatz kam durch Herrn Willi Küpper und Herrn Robert Straßner die sich spontan bereit erklärt hatten die Vorlesung zu halten. Die Vorlesung waren entsprechend unstrukturiert und es wurde von der Themenmenge eher wenig unterrichtet. Bei Herrn Küpper ging es um Finanzderivate, bei Herrn Straßner um M&A-Strategien und Unternehmenskooperationen. Für die nicht ganz so BWL-Bewanderten: M&A steht für Merge & Akquisition, also Fusionen und Unternehmenskäufe. Wir blieben in Financial Management sehr an der Oberfläche. Das fand ich einerseits sehr enttäuschend (Financial Management hat mich wirklich interessiert), andererseits musste ich nicht viel Zeit in die Klausurvorbereitung stecken. Die Klausur habe ich dann auch ohne größere Probleme mit 2,0 bestanden. Tja, aber es gab in Financial Management noch eine Hausarbeit. Ich wählte das Thema: „Strategische Allianzen als besondere Form der Unternehmenskooperation – Darstellung und kritische Bewertung. Wie immer habe ich mir vorgenommen mit der Hausarbeit möglichst früh zu beginnen. Und wie immer – Überraschung, Überraschung – habe ich die Bearbeitung der Hausarbeit bis zum Schluss hinausgezögert. Das Ergebnis: Ich stand zum Semesterende total unter Stress und habe neben der Arbeit quasi nur noch an der Hausarbeit geschrieben. Und das wirklich bis zur letzten möglichen Minute. Am Tag der Abgabe habe ich die Arbeit kurz vor Schließung der FOM-Verwaltung noch eingereicht. Obwohl ich noch nicht 100% fertig gewesen bin. Trotzdem hat es noch für eine 2,0 gereicht.

ERP-Systeme

ERP-Systeme war ein Wahlpflichtfach, und ich habe eindeutig die falsche Wahl getroffen. Der Dozent Herr Michael Myschik war meiner Meinung nach dermaßen langweilig, dass es wirklich eine Qual war ihm zuzuhören. Ich erwarte von keinem FOM-Dozenten, dass er den Entertainer spielt, aber das was Herr Myschik geliefert hat, war einfach zu viel des Schlechten. Um so leerer wurden dann auch die Veranstaltungsräume. Thematisch ging es um rein um SAP. Genaueres kann ich leider nicht mehr berichten, ich habe während den Veranstaltungen von schwarzen Katzen geträumt. Bei ERP-Systeme gab es bzgl. der Prüfungsleistung einen Sonderfall. Es wurde weder eine Klausur, noch eine reguläre Hausarbeit geschrieben. Dafür gab es eine Fallstudie. Wir bekamen Zugänge für SAP und spielten dort einen gesamten Warenwirtschaftsprozess von der Produktion, über den Verkauf bis hin zur Rechnungsstellung durch. Klingt interessant? Ja, tut es. War es aber nicht! Die Realität sah so aus, dass wir nacheinander 6 PDF-Dokumente (jeweils ca. 20 Seiten) bekamen. Und in denen stand dann tausendfach, klicken Sie hier, setzen Sie da einen Haken, geben Sie dort das ein usw. Das ist die ersten 10 Seiten noch auszuhalten, dann aber nervt dieses stupide Ausführen simpler Anweisungen aber. Wenn mit SAP alles funktionieren würde, könnte man wenigstens flüssig arbeiten. Aber es gab zig Probleme. Teilweise fehlten Formulare oder Buttons einfach. Okay, den SAP-Client an einem anderen Computer installiert, und es ging wieder. Manchmal traten aber auch nach 60 Seiten Bearbeitung Fehlermeldungen auf, die ein Fortsetzen der Fallstudie unmöglich machte. Das hieß, es musste von vorne begonnen werden. Ich habe insgesamt 3 Mal die SAP-Fallstudie von Neuen beginnen müssen und habe so Stunden in den Sand gesetzt. Zum Schluss funktionierte wieder etwas nicht und ich hätte erneut von Neuem beginnen müssen. Da hatte ich dann aber endgültig genug. Wie ich die Fallstudie trotzdem mit 2,3 bestanden habe, verrate ich nach der Verjährungsfrist für Prüfungsmogeleien :-P.

Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Meiner Meinung nach ist ERP-Systeme bei Herrn Michael Myschik eine Zumutung, die man sich nicht antun sollte.

Fazit:

Das 4. Semester hätte eher lockerer werden können, wenn ich die Financial Management Hausarbeit früher begonnen hätte. Daher zum wiederholten Male mein Tipp: Beginnt mit den FOM-Hausarbeiten möglichst früh, am besten gleich zum Semesterstart. Am Semesterende seid ihr zu sehr mit Klausurvorbereitungen beschäftigt. Das ich mit ERP-Systeme die eindeutig falsche Wahl getroffen habe, ist denke ich deutlich herübergekommen.

Und wie zufrieden bin ich mit der FOM Hamburg? Nun mit Fortschreiten des Studiums werde ich immer demotivierter. Ich bereue das Studium an der FOM keinesfalls, da ich klar einen akademischen Abschluss anstrebe und dennoch nebenbei regulär arbeiten möchte. Dennoch machen sich bei mir immer mehr Lustlosigkeit breit. Darüber habe ich mit 4 – 5 anderen Kommilitonen gesprochen, denen es genauso ging. Aber ein Abbruch kommt nicht in Frage, sonst wären 2 Jahre für die Katz.

Fortsetzung folgt!

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Artikelname: FOM Erfahrungsbericht Teil 5: Das 4. Semester

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