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FOM Erfahrungsbericht Teil 3: Das 2. Semester

Dies ist ein Erfahrungsbericht über das Studium an der FOM Hamburg.

Das 2. Semester an der FOM Hamburg – stressig, teils mit Crashkurs-Charakter, kaum Freizeit, aber irgendwie bin ich dennoch zufrieden.

Ende Juli ging mein 2. Semester an der FOM Hamburg zu Ende. Und hier folgt auch schon mein Erfahrungsbericht. Eins sei vorweg gesagt: Dieses Semester war extrem stressig. Absolut kein Vergleich zum ersten Semester, wo der Lernstoff noch relativ langsam vermittelt wurde und die Vorbereitungszeit für Klausuren ausreichend war. Doch immer der Reihe nach. Als erstes erzähle ich mal von den Kursen, an denen ich teilgenommen habe. Dies waren:

  • Finance & Investment
  • Statistik und Numerik
  • Fallstudien / wissenschaftliches Arbeiten
  • Datenbankmanagement
  • Objekorientierte Programmierung

Alle Fächer waren Pflicht. Erst ab dem 3. Semester gibt es bei der FOM Wahlpflichtfächer.

Finanace & Investment

Das Fach Finance & Investment bestand, wie der Name bereits vermuten lässt, aus zwei Teilen. Im ersten Teil ging es um Finanzierungsarten, also um die verschiedenen Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung. Beispielsweise über Kredite, Mezzanine, Aktien-Ausgabe oder Private Equity. Weitere Finanzierungsthemen waren Kreditsicherheiten, Factoring, Finanzierung durch Lieferantenkredite (Skonto) usw. Beim Finanzierungsteil mussten wir ziemlich viel auswendiglernen. Ganz anders der Investitionsteil. Hier waren eher mathematische Fähigkeiten gefragt. Grundsätzlich ging es immer darum zu berechnen, ob sich eine Investition lohnt. Hierfür haben wir verschiedene Rechenverfahren kennengelernt.

Der Dozent in „Finanance & Investment“ war übrigens sehr gut. Er hat alles verständlich erklärt, hat uns Studenten mit eingebunden und seine Klausur war auch wirklich fair gestellt. Über die Klausur war ich allerdings etwas überrascht. Sie bestand ausschließlich aus Multiple Choice Fragen. Das schloss die Rechenaufgaben auch mit ein, bei denen nur das richtige Ergebnis angekreuzt werden musste. Zudem mussten wir in Finance und Investment eine Hausarbeit in Form von Scientific Abtracts schreiben. Die Themen waren Mezzanine Kapital, Private Equity, Leverage Effect und Kapitalherabsetzung. Bis auf das letzte Abstract habe ich alle Themen ins hier bei „Der Dualstudent“ eingepflegt.

Statistik & Numerik

Man hätte es auch einfach Mathe nennen können. Und ich hasse Mathe. Aber wer Wirtschaftsinformatik studiert, kommt eben um Mathe nicht herum. Genau wie im letzten Semester haben wir auch in diesem Semester eine große Themenpalette behandelt: Differentialrechnung, komplexe Zahlen, Folgen und Reihen, Trigonometrie und noch weitere Themen. Aus Zeitgründen musste unser Dozent sowohl das Themenfeld „Statistik“ als auch „Intregralrechnung“ streichen. Einerseits hat mich das sehr erleichtert, denn Statistik und Integralrechnung sind ja nicht gerade die einfachsten Themengebiete. Andererseits wurde mir dadurch deutlich, wie eng die Studienpläne an der FOM sein müssen und das mein Studium oberflächlicher abläuft, als das anderer, „normaler“ Studenten. Welche Wirtschaftswissenschaftler ist denn bitte bisher an Statistik vorbeigekommen? Dies erweckt für mich den Charakter, dass das Studium an der FOM teilweise Crashkurs-Charakter hat. Dies gilt selbstverständlich nicht für alle Kurse. In Mathematik ist mir dies aber besonders aufgefallen.

Obwohl Mathe wie gesagt überhaupt nicht meine Stärke ist, kam ich auch dieses Semester ohne Nachhilfe aus. Ich hatte nicht alle Themen wirklich verstanden, aber ich dachte Mut zur Lücke. Die Mathe Klausur war dann ausgesprochen schwer. Da ich im Vorfeld aber intensiv gelernt hatte, hat es bei mir für eine 2,7 gereicht. Die Durchfallquote lag übrigens bei 20%. Noch ein Wort zum Mathe Dozenten: Wir hatten genau wie im 1. Semester Herrn Prof. Dr. Zimmer. Wie schon letztes Semester war ich auch dieses mit Herrn Zimmer sehr zufrieden. Er wirkt zwar manchmal etwas verplant, man merkt aber, dass es ihm wichtig ist, dass wir Studenten dem Stoff verstehen. Er versucht die Themen so einfach wie möglich zu erklären. Gerade bei Mathematik Dozenten ist dies ja alles andere als selbstverständlich.

Fallstudien / wissenschaftlichen Arbeiten
Auf dieses Fach habe ich mich im Vorfeld am meisten gefreut. Leider wurde es genau das Fach, für das die meiste meiner Lern- und Freizeit draufging. Wir mussten für ein wählbares Thema eine wissenschaftliche Fallstudie als Gruppenarbeit erstellen und diese am Ende des Semesters präsentieren. Uns wurden insgesamt 60 Themen aus fünf Bereichen zur Wahl gestellt. Die Themenbereiche waren: Tablet PCs, Connected Cars, Content Management Systeme, Location Based eBusiness sowie Kollaboratives Projektmanagement. Mein Teamkollege und ich wählten das Thema „Offene vs. geschlossene Systeme: Risikoanalyse am Beispiel Android und iPhone OS„. Leider haben wir mit dieser Arbeit zu spät begonnen . Nämlich etwa 2 – 3 Wochen vorher. Das war viel zu spät. Neben unserer alltäglichen betrieblichen Arbeit mussten wir nun jede Minute mit recherchieren und Schreiben verbringen. Die verlangten 20 DIN A4 Seiten haben wir letztlich zusammen bekommen. Mit Korrekturlesen etc. war dies aber eine knappe Sache. Eine Stunde vor offizielen Abgabeschluss haben wir die Fallstudie eingereicht. Die Präsentation der Fallstudie gelang uns auch sehr gut, so dass wir eine Gesamtnote von 1,3 erreichten.

Datenbankmanagement

Datenbankmanagement hatten wir ja bereits im letzten Semester. Während im letzten Semester vor allem Theorie vermittelt wurde, ging es in diesem Semester praktischer zu. Auf dem „Speiseplan“ stand MySQL sowie PHP. Das sind ja quasi meine Themen, da ich sowohl mit MySQL als auch mit PHP jahrelange Erfahrungen habe. Entsprechend einfach fiel mir auch die Klausur. Dachte ich zumindest. Am Ende war ich sehr überrascht, als ich nur eine 3,3 (!) bekam. Damit war ich schlechter als der Durchschnitt. Naja egal. Bestanden ist bestanden

Objektorientierte Programmierung<
Auch ein Fach, auf das ich mich eigentlich gefreut hatte. Da ich früher C++ programmiert habe, und objektorientierte Programmierung auch Teil meiner Ausbildung war, hatte ich entsprechende Vorerfahrungen, die mir auch in der ersten Zeit weiterhalfen. Das Fach wurde zur Mitte des Semesters jedoch immer komplizierter, so dass ich bald schon den Anschluss verloren hatte. Das hing auch mit dem Dozenten zusammen, der so schnell redete, dass ich ihm kaum folgen konnte. Bis zur Klausur hatte sich ein enormes Defizit bei mir angehäuft, das ich wegen der Fallstudie auch nicht ohne weiteren Aufarbeiten konnte. Deshalb musste ich mir kurz vor der Klausur auch eine Woche Urlaub nehmen, in der die wichtigsten Themen nachbereiten konnte. Entgegen kam mir auch, dass der Dozent Herr Prof. Dr. Brüssau kurz vor der Klausur noch zwei Wiederholungsvorlesungen mit uns machte. So hat es letztenendes für eine 1,7 gereicht.

Meine Noten im Überblick

Insgesamt liefen die Klausuren sehr gut. Hier sind meine Ergebnisse noch einmal im Überblick:

  • Finance & Investment: 1,0
  • Wissenschaftliches Arbeiten (Fallstudie): 1,3
  • Objektorientierte Programmierung: 1,7
  • Statistik & Numerik: 2,7
  • Datenbankmanagement: 3,3

Meine Bewertung der FOM

Zum Großteil bin ich zufrieden mit dem Studium an der FOM, was hauptsächlich mit den guten Dozenten zusammenhängt. Was mir dieses Semester jedoch überhaupt nicht gefiel war der Zeitdruck. Die Fallstudie, Hausarbeiten, und die Klausuren, die übrigens alle im Abstand von einer Woche aufeinander fielen (nebenbei fanden auch noch Vorlesungen statt), all das war schon hart. Ich muss jedoch gestehen, dass auch mein Zeitmanagement Mitschuld daran ist, dass es so stressig wurde. Hätte ich beispielsweise rechtzeitig mit der Fallstudie begonnen, wäre alles halb so schlimm gewesen. Deshalb mein Tipp für alle FOM Studenten, die das 2. Semester noch vor sich haben: Fangt bloß rechtzeitig mit Hausarbeiten und der Fallstudie an.

Weil der ganze Lernstoff im Semester nicht vermittelt werden konnte, mussten teilweise Themen gestrichen werden. Das war, wie schon erwähnt, in Statistik & Numerik der Fall und erweckte bei den Eindruck eines eher oberflächlichen Studiums. Dennoch blicke ich schon mit Freude dem 3. Semester entgegen.

Lies weiter: FOM Erfahrungsbericht Teil 4: Das 3. Semester

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