Inflation vs. Deflation - Scientific Abstract

Dies ist ein Scientifc Abstract (Zusammenfassung wissenschaftlicher Quellen) mit dem Thema “Inflation vs. Deflation”. Das Abstract wurde von Sarah Bahne (FOM Marl) zur Verfügung gestellt.

Inflation und Deflation sind Begriffe aus der Volkswirtschaft, welche die Geldauf- bzw. -entwertung betrachten. Unter Inflation versteht man die Geldentwertung. Die auf dem Markt befindliche Geldmenge ist bei Inflation größer als die Warenmenge, so dass es zu einer Zunahme der Güterpreise kommt. Es liegt ein wirtschaftliches Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage vor.

Inflation lässt sich auf verschiedene Arten unterscheiden. Nach dem Ausmaß wird zwischen der schleichenden, der trabenden, der galoppierenden und der Hyperinflation unterschieden. Bei der schleichenden Inflation handelt es sich um einen geringen Anstieg des Preisniveaus von etwa 5-10% über einen längeren Zeitraum. Diese Art der Inflation liegt heutzutage in vielen Ländern vor. Bei der trabenden Inflation liegt die Inflationsrate bei 10-20% und bei der galoppierenden bei 20-50 %. Diese beiden Arten bilden den Übergang von der schleichenden zur Hyperinflation.

Die Hyperinflation (>50%) trat in Deutschland in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg und in den 20er Jahren auf. Eine lang anhaltende galoppierende Inflation oder eine Hyperinflation führen oft zu Währungswechseln, da das vorhandene Geld sehr stark entwertet wird. Klassisch wird außerdem zwischen der nachfrageinduzierten und der angebotsinduzierten Inflation unterschieden. Die nachfrageinduzierte Inflation hat den Ausgangspunkt, dass die gesamtwirtschaftliche (Geld-) Nachfrage, der 4 Wirtschaftssektoren, das gesamtwirtschaftliche (Güter-) Angebot übersteigt. Es kommt zu einem Nachfrageüberhang. Gehen die ersten Impulse einer Preiserhöhung von der Angebotsseite aus, spricht man von der angebotsinduzierten Inflation, bei der mindestens einer der im Preis enthaltenden Bestandteile steigt (Kosten-, Gewinn-, Steuer- und Importpreisinflation).

Gewinner einer Inflation sind Schuldner und diejenigen, die in Sachwerte investiert haben, da sie damals für ihr eingesetztes Kapital mehr Waren bekommen haben. Verlierer sind dagegen z.B. die Bezieher von festen Einkommen, da sich ihr Vermögen durch die Inflation real gesehen vermindert. Bei einer Deflation ist dies aufgrund der Geldaufwertung genau entgegengesetzt.

Deflation ist ein Prozess allgemeiner Preissenkung und damit eine Geldaufwertung. Aufgrund gesenkter Preise wird weniger angeboten und eine Unternehmung erwirtschaftet weniger Gewinne. Dieses führt zu sinkenden Investitionen und höherer Arbeitslosigkeit. Eine Deflation lag zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren vor.

Zur Messung der Inflation wird der Preisindex der Lebenshaltungskosten herangezogen, die Inflationsrate. Diese wird mit Hilfe eines repräsentativen Warenkorbs, der die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die ein durchschnittlicher Haushalt für Konsumzwecke ausgibt, berechnet. Auch die Deflation wird anhand von Warenkörben gemessen. Das aktuelle Preisniveau lässt sich mit Hilfe der folgenden Formel berechnen.

Preisniveau = G*U/H

(Preisniveau = Geldmenge * Umlaufgeschwindigkeit / Handelsvolumen).

In Europa ist die Europäische Zentralbank (EZB) für die Stabilität des Preisniveaus zuständig. Sie kontrolliert die Inflations- und Deflationsraten und versucht ein Gleichgewicht herzustellen. Kommt es zu einem Ungleichgewicht greift die EZB in das Marktgeschehen ein. Dieses kann zum Beispiel geschehen, indem die Mindestreservesätze erhöht bzw. verringert werden. Das heisst in Zeiten zu hoher Inflation führt die Erhöhung der Sätze zu einer Verringerung des Geldangebots und zur Erhöhung des Leitzinses, sodass ein Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Bei der Deflation wird gegensätzlich verfahren. Man spricht von Preiswertstabilität, wenn die Inflationsrate zwischen -2% und +2% liegt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Inflation sowie Deflation schädlich für eine Volkswirtschaft sind. Die Deflation unterscheidet sich jedoch in einem wichtigen Punkt von der Inflation. Bei Inflation steigen die Preise immer weiter, dieses kann bei Gegenmaßnahmen einbezogen werden. In einer Deflation jedoch verbirgt sich das fallende Preisniveau häufig hinter Rabatten oder Sonderpreisen und ist somit nicht annähernd so offensichtlich wie bei der Inflation. Außerdem sind zur Deflation nur wenige Erfahrungswerte vorhanden. Aus diesen Gründen könnte eine Deflation als gefährlicher eingestuft werden.

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