Bruttoinlandsprodukt (BIP) - Scientific Abstract

Dies ist ein Scientifc Abstract (Zusammenfassung wissenschaftlicher Quellen) mit dem Thema „Bruttoinlandsprodukt (BIP)“. Das Abstract wurde von Sarah Bahne zur Verfügung gestellt und mit 1,0 benotet.

Die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft innerhalb eines bestimmten Zeitraums (meistens innerhalb eines Jahres) wird durch das Bruttoinlandsprodukt angegeben. Das Bruttoinlandsprodukt gibt den Wert aller Güter und Dienstleistungen wieder. Berechnet wird das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland vom Statistischen Bundesamt für Jahre und Vierteljahre. Die Berechnung für das Vorjahr erfolgt zweimal pro Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Veröffentlicht wird das Bruttoinlandsprodukt eines Jahres etwa Mitte Januar des Folgejahres.

Es wird zwischen dem nominalen und dem realem Bruttoinlandsprodukt unterschieden. Das nominale Bruttoinlandsprodukt gibt Auskunft über die Summe der inländischen Wertschöpfung. Es steigt bei Inflation und sinkt umgekehrt bei Deflation und den jeweils daraus resultierenden steigenden beziehungsweise fallenden Marktpreisen. Zur Betrachtung des Bruttoinlandsprodukts unabhängig von Inflation und Deflation wird das Bruttoinlandsprodukt zu konstanten Preisen, auch reales oder preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt genannt, verwendet. Die Veränderungsrate des realen Bruttoinlandsprodukt dient als Maß für das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft und gilt somit als wichtigste Größe der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.

Bei Kenntnis der Preissteigerung seit dem Basisjahr (Preisindex), wird zur Berechnung des realen Bruttoinlandsprodukt folgende Formel verwendet:

Bruttoinlandsprodukt real = (Bruttoinlandsprodukt nominal/ Preisindex) x 100

Die Ermittlung des Bruttoinlandsproduktes einer Volkswirtschaft kann generell nach drei möglichen Verfahren erfolgen.

1. Die Entstehungsrechnung (Produktionsansatz):

Produktionswert (Wert aller Güter und Dienstleistungen)
-Vorleistungen
= Bruttowertschöpfung
+ Gütersteuern
– Subventionen
= Bruttoinlandsprodukt

Es wird der Anteil der verschiedenen Sektoren am Bruttoinlandsprodukt festgestellt. Man unterscheidet zum Beispiel zwischen Landwirtschaft, Fischerei, Baugewerbe und öffentlichen und privaten Dienstleistern.

2. Die Verwendungsrechnung (Ausgabenansatz):

Private Konsumausgaben (Endverwendung der Güter und Dienstleistungen)
+ Konsumausgaben des Staates
+ Bruttoinvestitionen (einschließlich Vorratsänderungen)
+ Exporte
– Importe
= Bruttoinlandsprodukt

Es wird im Einzelnen ermittelt, wozu das Bruttoinlandsprodukt verwendet wurde.

3. Die Verteilungsrechnung:

In Deutschland wird keine Berechnung nach der Verteilung vorgenommen, weil keine ausreichenden Angaben über die Unternehmens- und Vermögenseinkommen vorliegen.

Arbeitnehmerentgelt (Lohnquote)
+ Unternehmens- und Vermögenseinkommen(Gewinnquote)
= Volkseinkommen
+ Produktions-/Importabgaben
– Subventionen
= Nettonationaleinkommen
+ Abschreibungen
= Bruttonationaleinkommen
– Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt
­­= Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt wird bezüglich der Nichteinbeziehung von mehreren Faktoren wie zum Beispiel Schwarzarbeit (Schattenwirtschaft) und unbezahlten Tätigkeiten (Beispiel: Ehrenämter; Hausarbeit) häufig kritisiert, da dieses zu einer ungenauen Aussage führen kann. Ebenfalls werden im Wert des Bruttoinlandsprodukt Faktoren wie der Zustand der natürlichen Ressourcen nicht erfasst. Alternativ könnten in diesem Fall Indizes wie der Gini-Index, der Human Development Index (HDI) oder Genuine Progress Indicator (GPI) zusätzlich verwendet werden. Das Bruttoinlandsprodukt gibt zwar Aufschluss über die Produktionsleistung des Landes, kann aber nicht nach Berechnung des Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (Bruttoinlandsprodukt geteilt durch die Einwohneranzahl des Landes) den Wohlstand oder die Lebensqualität des Einzelnen angeben.

Weitere interessante Artikel:

  • Fallstudie: Offene vs. geschlossene Systeme – Risikoanalyse am Beispiel Android und iPhone OS
  • Change Management – Scientific Abstract
  • Goldene Finanzierungsregel
  • FOM Erfahrungsbericht Teil 2: Das 1. Semester
  • Mit diesen Tipps gelingt der Start in Studium
  • Woran Projekte scheitern – Projektmanagement