Scientific Abstract: Leverage Effekt

Dies ist ein Scientifc Abstract (Zusammenfassung wissenschaftlicher Quellen) über den Leverage Effekt. Dieses Abstract war eine Hausarbeit für mein Studium an der FOM Hamburg. Für eine prägnantere Erklärung des Leverage Effektes siehe: Leverage-Effekt mit Rechenbeispiel. Der Leverage Effekt (dt. Hebelwirkung) ist ein Begriff aus der Finanzwirschaft. Er bezeichnet die Abhägigkeit der Eigenkapitalrendite vom eingesetzten Fremdkapital. Der Begriff "Leverage Effekt" wird sowohl in der Kapital- als auch im Bereich der Kostenstruktur verwendet. Im Folgendem soll der Leverage Effekt im Bereich der Kapitalstruktur beschrieben werden. Hier entsteht bei steigendem Verschuldungsgrad ein positiver Leverage Effekt, wenn das Fremdkapital zu einem niedrigeren Zinssatz aufgenommen werden kann, als die Investition an Gesamtrendite erzielt. In diesem Fall steigt die Eigenkapitalrendite. Hierbei wird ein konstanter Fremdkapitalzinssatz und eine gleichbleibende Gesamtkapitalrentabilität angenommen. Der Leverage Effekt soll durch folgendes Beispiel veranschaulicht werden: Ein Unternehmen finanziert eine Investion über 1000€ zu je 50% aus Eigen- und Fremdkapital. Für das Fremdkapital müssen 2% Zinsen gezahlt werden. Die Gesamtkapitalrendite entspricht 10%. Hieraus ergibt sich ein Gewinn von 90€ (Gesamtkapital 1000 * Gesamtkapitalrendite 0,1 – Fremdkapital 500 * Fremdkapitalzinsatz 0,02). Berechnet man die Eigenkapitalrendite, ist das Ergebnis 18% (Gewinn 90 / Eigenkapital 500). Der Leverage Effekt zeigt sich, wenn der Anteil an Fremdkapital erhöht wird. Angenommen das Unternehmen finanziert seine Investition mit 800€ Fremdkapital und 200€ Eigenkapital. Die Fremdkapitalverzinsung und Gesamtkapitalrentabilität wird als gleichbleibend angenommen. Durch die höhere Zinsbelastung wird der Gewinn auf 84€ geschmälert (Gesamtkapital 1000 * 0,1 – Fremdkapital 800 * Fremdkapitalzinssatz 0,02). Dagegen steigt die Eigenkapitalrendite auf 42% (Gewinn 84 / Eigenkapital 200). Durch die Substitution von Eigenkapital durch Fremdkapital konnte die Eigenkapitalrentabilität also um 24% gesteigert werden. Durch den Leverage Effekt ergeben sich folgende Vorteile: Eine hohe Eigenkapitalrentabilität wirkt sich positiv auf potentielle Investoren aus. Zudem kann das durch Fremdkapital substituierte Eigenkapital anderweitig investiert werden. Der Leverage Effekt kann sich aber auch umkehren. Sind die Fremdkapitalzinsen höher als die Gesamtrendite sinkt die Eigenkapitalrentabilität und die Zinsen können den Gewinn aufzehren. Dies wird als Leverage Risiko bezeichnet. In der Praxis kann der Leverage Effekt nur begrenzt genutzt werden. Im Modell würde sich die Eigenkapitalrendite mit unendlicher Verschuldung immer weiter verbessern. In der Praxis würden Fremdkapitalgeber jedoch mit steigendem Verschuldungsgrad auch steigende Zinsen verlangen, da die Kreditvergabe an ein größeres Risiko gebunden ist. Auch kann sich der Leverage Effekt bei variablen Zinssätzen während der Kapitalbindung ins Gegenteil kehren. Gleiches kann eintreten, wenn die kalkulierte Gesamtkapitalrentabilität geringer ausfällt als erwartet. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass die Substitution von Eigenkapital nur sinnvoll ist, wenn das Eigenkapital an anderer Stelle investiert werden kann. Auch ist eine künstlich erhöhte Eigenkapitalrentabilität bei der Akquisation von Kapital heutzutage nur bedingt vom Vorteil. Aufgrund der geringen Aussagekraft von Rentabilitätskennzahlen liegt der Fokus für potentielle Investoren vor allem auf die Cashflows einer Unternehmung. Rentabilitätskennzahlen spielen nur sekundär eine Rolle. Als Fazit lässt sich festhalten, dass der Leverage Effekt für die Praxis nur begrenzte Relevanz aufweist, da er auf Voraussetzungen beruht, die in der Praxis nicht existieren. Beispielsweise der gleichbleibende Fremdkapitalzins sowie die als gleichbleibend angenommene Gesamtkapitalrentabilität. Bei der Bestimmung der idealen Kapitalstruktur kann der Leverage Effekt jedoch Vorteile bringen, wenn das substituierte Eigenkapital anderweitig und rentabler investiert werden kann, als die anfallenden Fremdkapitalkosten. Bei der Subsitution von Eigenkapital durch Fremdkapital muss jedoch das Leverage Risiko beachtet werden, der zu Verlusten führen kann.

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